IQ Netzwerk Niedersachsen - Newsletter 05/2017

 

 

Liebe interessierte Leserinnen und Leser,

hiermit erhalten Sie den fünften Newsletter des IQ Netzwerkes Niedersachsen im Jahr 2017!

Wir wünschen allen viel Spaß beim Lesen!

Ihr IQ Team!

 


© IQ Netzwerk Niedersachsen, RKW Nord GmbH

15.09.2017

 

IQ im Gespräch

"Wir verlieren vielleicht das Humanitäre aus den Augen." Was sind unsere grundlegenden Prämissen, mit denen wir an Migration herangehen? Wollen wir nur die besten Köpfe nach Deutschland holen? In Deutschland könne man sich den Aufenthaltstitel inzwischen über Leistung „verdienen“, erklärt Hannes Schammann. mehr

Interessantes rund um das IQ Netzwerk Niedersachsen und die RKW Nord GmbH

IQ Netzwerk Niedersachsen qualifiziert mit neuem Teilprojekt jetzt internationale Pflegefachkräfte in Hannover Mit der DAA Hannover GmbH erweitert das IQ Netzwerk Niedersachsen das Qualifizierungsangebot im Bereich Pflege. Neben dem IWK (Institut für Weiterbildung in der Kranken- & Altenpflege) in Delmenhorst sowie der Volkshochschule Brauschweig übernimmt die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) die Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung in der Region Hannover. mehr

"5 Jahre Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG im IQ Netzwerk - Anerkennung ausländischer Abschlüsse als Chance für die Region" - Eine Veranstaltung für Partner, Freunde, Förderer und Interessierte Das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz des Bundes feierte am 1. April das fünfjährige Bestehen. Es erleichtert ausländischen Fachkräften den berufsadäquaten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. mehr

Neue Anerkennungsmöglichkeiten durch partiellen Zugang Insbesondere für Erzieherinnen und Erzieher ergeben sich erweiterte Möglichkeiten des ausbildungsadäquaten Berufszugangs durch die Novellierung des Niedersächsischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (NBQFG). mehr

"Integration, das ist kein Sprint. Integration ist ein Langstreckenlauf" Akteure aus dem Bereich Integration präsentierten am 24. August auf der 5. Integrationskonferenz in Hannover ihre Arbeit. Anlass war der nächste Schritt bei der Integration geflüchteter Menschen. „Integration, das ist kein Sprint. Integration ist ein Langstreckenlauf“, so der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil in seiner Begrüßungsrede. mehr

Broschüre: Fachkräftesicherung durch internationale Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in meinem Betrieb - Wie geht das?  Die Broschüre wurde vom Landesnetzwerk Brandenburg erstellt und jetzt zum bundesweiten Gebrauch überarbeitet. Sie enthält rechtliche Informationen und wertvolle Tipps, um Fachkräfte aus dem Ausland im eigenen Unternehmen einzustellen. mehr

Internationale Pflegefachkräfte fit für den Arbeitsmarkt Am 3. August hat das IWK in Kooperation mit dem IQ Netzwerk Niedersachsen insgesamt 15 internationale Pflegekräfte verabschiedet. Nach bestandener Kenntnisprüfung sind die Frauen und Männer aus Indien, Bosnien und Herzegowina, Russland und Serbien jetzt auch in Deutschland staatlich anerkannte Pflegefachkräfte. mehr

Start neuer Kurse für ausländische Lehrkräfte und Studienabsolvierende in Hannover und Bovenden Am 23. September startet in Hannover mit einem Präsenzwochenende die sprachliche Vorbereitung für Lehrerinnen und Lehrer des Instituts für Berufliche Bildung. Die ausländischen Lehrkräfte haben das Anerkennungsverfahren bereits durchlaufen, ihnen fehlt aber noch das C1 Sprachniveau. mehr

5 Fragen an

"Die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen ist ein komplexes Thema und man lernt immer wieder Neues" In der Grafschaft Bentheim ist Sabine Stockhausen erste Ansprechpartnerin für Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen. Seit fast fünf Jahren berät sie in Nordhorn rund um die Anerkennung ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse und eventuelle Qualifizierungsmöglichkeiten. mehr

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IQ im Gespräch

"Wir verlieren vielleicht das Humanitäre aus den Augen."

Was sind unsere grundlegenden Prämissen, mit denen wir an Migration herangehen? Wollen wir nur die besten Köpfe nach Deutschland holen? In Deutschland könne man sich den Aufenthaltstitel inzwischen über Leistung „verdienen“, erklärt Hannes Schammann. Der Politologe und Migrationsexperte warnt: „Das hat nicht nur positive Seiten.“

 

Prof. Dr. Hannes Schammann
© IQ Netzwerk Niedersachsen / RKW Nord GmbH

Herr Professor Schammann, Flucht und Migration werden weltweit kontrovers diskutiert. Was traut sich Deutschland in diesen Fragen zu, was prägt unser Land?

Deutschland wird als Garant für Humanität und für eine werteliberale Demokratie wahrgenommen. Stärker noch als die USA oder etwa Großbritannien und Frankreich. Die Welt beobachtet, ob es uns gelingt, den humanitären Gedanken des Flüchtlingsrechts mit ökonomischer Prosperität und mit gesellschaftlichem Zusammenhalt zu verbinden. Man erhofft sich von Deutschland Antworten darauf. Die weltweite Strahlkraft, die man uns zutraut, sehen wir aber noch gar nicht.

Das vollständige Interview finden Sie hier.

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Interessantes rund um das IQ Netzwerk Niedersachsen und die RKW Nord GmbH

IQ Netzwerk Niedersachsen qualifiziert mit neuem Teilprojekt jetzt internationale Pflegefachkräfte in Hannover

Mit der DAA Hannover GmbH erweitert das IQ Netzwerk Niedersachsen das Qualifizierungsangebot im Bereich Pflege. Neben dem Institut für Weiterbildung in der Kranken- & Altenpflege (IWK gGmbH) in Delmenhorst sowie der Volkshochschule Brauschweig übernimmt die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) die Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung in der Region Hannover.

Die Qualifizierungsmaßnahme richtet sich an internationale Pflegefachkräfte aus der Alten- oder Gesundheits- und Krankenpflege, die in Niedersachsen arbeiten möchten. Interessierte Pflegefachkräfte müssen bereits das Anerkennungsverfahren durchlaufen und keine volle Anerkennung erhalten haben. Die Teilnehmenden werden auf die Kenntnisprüfung vorbereitet und erhalten gleichzeitig fachspezifisches Wissen. Sie werden bei der Erlangung der Gleichwertigkeit ihres ausländischen Abschlusses begleitet, nach Bestehen der Kenntnisprüfung sind die Teilnehmenden staatlich anerkannte Pflegefachkräfte. Der erste Kurs startet am 26. Oktober und wird rund viereinhalb Monate dauern.

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"5 Jahre Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG im IQ Netzwerk - Anerkennung ausländischer Abschlüsse als Chance für die Region" - Eine Veranstaltung für Partner, Freunde, Förderer und Interessierte

Das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz des Bundes feierte am 1. April das fünfjährige Bestehen. Es erleichtert ausländischen Fachkräften den berufsadäquaten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.
Seit 5 Jahren unterstützt die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) das IQ Netzwerk Niedersachsen mit einer Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle bei der Umsetzung des Gesetzes. Menschen mit ausländischen Berufs- und Studienabschlüssen aus der Region finden hier seit 2012 verlässliche Begleitung im Anerkennungsverfahren.

Ohne die Unterstützung vieler regionaler Partner wäre dies nicht möglich. Zusammen mit regionalen Akteuren hat die BIGS die berufsadäquate Integration internationaler Fachkräfte in den letzten Jahren vorangebracht. Im Rahmen der Veranstaltung möchten die BIGS und das IQ Netzwerk sich bei allen Partnern, Freunden und Förderern für das Erreichte und Geleistete bedanken.

 © IQ Netzwerk Niedersachsen/RKW Nord GmbH

Am 25. Oktober sind alle Interessierten herzlich eingeladen im Ratssaal der Stadt Göttingen einen interessanten Vormittag zu verbringen. Während der Veranstaltung ist Gelegenheit, Fachleute aus den Bereichen berufliche Anerkennung und Integration zu treffen und zu sprechen. Ein weiterer Höhepunkt an diesem Vormittag sind die Berichte von Menschen aus der Region, die mit Hilfe der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle der BIGS wieder in ihrem erlernten Beruf arbeiten. Sie werden zusammen mit ihren jetzigen Arbeitgebern von ihren Erfahrungen berichten. Mehr zur Anmeldung und zum Programm finden Sie hier.

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Neue Anerkennungsmöglichkeiten durch partiellen Zugang

Insbesondere für Erzieherinnen und Erzieher ergeben sich erweiterte Möglichkeiten des ausbildungsadäquaten Berufszugangs durch die Novellierung des Niedersächsischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (NBQFG).

Anerkennungsverfahren erleichtern es, im Ausland erlangte Berufsqualifikationen in Deutschland nutzen zu können. Doch können so wesentliche Unterschiede zwischen der vorhandenen und der geforderten Berufsqualifikation bestehen, dass eine volle Anerkennung zunächst nicht möglich ist. Die Betroffenen können dann über Ausgleichsmaßnahmen die Anerkennungsvoraussetzungen erreichen. Bestehen aber größere Abweichungen zwischen der ausländischen und der deutschen Berufsbildung kann die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen einen zeitlichen und finanziellen Aufwand bedeuten, den die Anerkennungsinteressierten nicht immer leisten können oder möchten. Beispielsweise weichen die Ausbildungsinhalte von Erzieherinnen und Erziehern im Ausland häufig stark von dem deutschen Berufsbild ab.

Eine Alternative kann für geeignete, reglementierte Berufe der Antrag auf partiellen Zugang sein. Die Regelung des Artikels 4f der sogenannten Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG zum partiellen Zugang wurde mit der Novellierung des NBQFG im vergangenen Jahr in das niedersächsische Recht übernommen. Hierfür wurde der §13c in das NBQFG eingefügt.

Antragstellende erhalten mit dem partiellen Zugang die Möglichkeit, hier ihren Beruf in dem Umfang auszuüben, wie es dem im Ausland erlernten Berufsbild entspricht. Besonders für Erzieherinnen und Erzieher bietet der partielle Zugang zusätzliche Berufschancen in Niedersachsen, indem die Anerkennung für bestimmte Altersgruppen von Kindern und Jugendlichen ausgesprochen wird.

Die Voraussetzungen für den partiellen Zugang sind insbesondere,

  • dass die Antragstellenden ohne Einschränkung qualifiziert sind, im Herkunftsland die berufliche Tätigkeit auszuüben, für die in Niedersachsen ein partieller Zugang angestrebt wird,

  • dass die Unterschiede zwischen der rechtmäßig ausgeübten Berufstätigkeit im Herkunftsland und dem reglementierten Beruf in Niedersachsen so groß sind, dass die Anwendung von Ausgleichsmaßnahmen der Anforderung gleichkäme, das vollständige niedersächsische Ausbildungsprogramm zu durchlaufen und

  • dass sich die Berufstätigkeit objektiv von anderen in Niedersachsen unter den reglementierten Beruf fallenden Tätigkeiten trennen lässt.

 Besonders für ausländische  Erzieherinnen und Erzieher ist es jetzt  einfacher, in Deutschland im erlernten Beruf zu arbeiten.

 Die Beratungsstellen des IQ Netzwerkes geben in ganz Niedersachsen Auskunft über die Möglichkeiten des partiellen Zugangs. 

Die Möglichkeiten des partiellen Zugangs für Erzieherinnen und Erzieher werden auch im Rahmen eines internen Workshops zwischen den für die Anerkennung zuständigen Stellen und Beratungsstellen erörtert, den das Niedersächsische Kultusministerium in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und dem IQ Netzwerk Niedersachsen im September durchführen wird.

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"Integration, das ist kein Sprint. Integration ist ein Langstreckenlauf"

Akteure aus dem Bereich Integration präsentierten am 24. August auf der 5. Integrationskonferenz in Hannover ihre Arbeit. Anlass war der nächste Schritt bei der Integration geflüchteter Menschen. „Integration, das ist kein Sprint. Integration ist ein Langstreckenlauf“, so der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil in seiner Begrüßungsrede.
Nachdem die vorherigen Integrationskonferenzen in diesem „Langstreckenlauf“ die Schwerpunkte Sprache, Arbeit, Wohnen/Leben und bürgerschaftliches Engagement behandelten, knüpfte nun die 5. Integrationskonferenz mit dem Thema „Gesellschaftliche Teilhabe“ an diese Reihe an. Denn viele geflüchtete Menschen sind jetzt schon längere Zeit in Niedersachsen und bereit, hier anzukommen.

„Integration, das ist kein Sprint. Integration ist ein Langstreckenlauf“, so Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil auf der 5. Integrationskonferenz in Hannover
© IQ Netzwerk Niedersachsen/RKW Nord GmbH

Wie gut das bereits jetzt schon gelingt, zeigten rund 30 Projekte und Initiativen auf einem Markt der Möglichkeiten. Sie stellten hier ihre Arbeit im Bereich der Integration von Geflüchteten in die Gesellschaft vor. Besucherinnen und Besucher hatten zudem Gelegenheit, in einer Podiumsdiskussion sowie in Werkstatt-Foren mehr über die Situation von Zugewanderten zu erfahren. Mit dem Titel „angepackt“ informierten in den Werkstatt-Foren Menschen aus der Gesellschaft, geflüchtet oder nicht geflüchtet, wie Teilhabe am Gemeinwesen gelingen kann. Mit einem Shuttle-Bus ging es für die Besucher in unterschiedliche Einrichtungen, die stellvertretend für zahlreiche Bildungseinrichtungen, Vereine oder Kultureinrichtungen in Niedersachsen Einblicke in die Praxis gaben.

Wir vom IQ Netzwerk Niedersachsen haben viele erfolgreiche Initiativen kennengelernt und interessante Menschen getroffen und sind gespannt auf die nächste Integrationskonferenz.

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Broschüre: Fachkräftesicherung durch internationale Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in meinem Betrieb - Wie geht das? 

Die Broschüre wurde vom Landesnetzwerk Brandenburg erstellt und jetzt zum bundesweiten Gebrauch überarbeitet. Sie enthält rechtliche Informationen und wertvolle Tipps, um Fachkräfte aus dem Ausland im eigenen Unternehmen einzustellen. Die Broschüre richtet sich an Personalverantwortliche in kleinen und mittelständischen Unternehmen.

 

In einem Unternehmen hat sich auf eine ausgeschriebene Stelle eine Bewerberinnen oder ein Bewerber aus dem Ausland beworben. Das Herkunftsland ist vielleicht Kroatien, Russland oder Syrien und die- oder derjenige befindet sich noch im Asylverfahren. Oder jemand kommt aus einem anderen Land und hat eine Duldung. Mit diesen Punkten befassen sich zurzeit viele Unternehmen.

Was Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber beachten müssen, um diese Person einzustellen, fasst die Broschüre kompakt zusammen.

Haben Sie Interesse? Eine Online-Version finden Sie hier. Weitere Publikationen für Unternehmen gibt es hier.

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Internationale Pflegefachkräfte fit für den Arbeitsmarkt

Am 3. August hat das IWK in Kooperation mit dem IQ Netzwerk Niedersachsen insgesamt 15 internationale Pflegekräfte verabschiedet. Nach bestandener Kenntnisprüfung sind die Frauen und Männer aus Indien, Bosnien und Herzegowina, Russland und Serbien jetzt auch in Deutschland staatlich anerkannte Pflegefachkräfte.
In dem Lehrgang zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung lernten die 15 Pflegekräfte viereinhalb Monate lang in unterschiedlichen Einrichtungen unter praktischer Anleitung ihrer Lehrer und mit theoretischer Begleitung den deutschen Pflegealltag kennen. Anschließend erfolgte die Kenntnisprüfung im praktischen Bereich sowie durch eine mündliche Prüfung. Die Frauen und Männer haben in ihren Heimatländern bereits eine Pflegeausbildung absolviert. Mit ihrer deutschen Ausbildung in der Tasche, freuen sie sich jetzt auf die Arbeit in unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen. Wir gratulieren zur bestandenen Prüfung!

Der nächste Vorbereitungskurs auf die Kenntnisprüfung startet am 25. September in Delmenhorst. Weitere Kurse werden in Osnabrück, Braunschweig sowie in Hannover angeboten.

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Start neuer Kurse unserer Maßnahmen in Hannover und Bovenden

Am 23. September startet in Hannover mit einem Präsenzwochenende die sprachliche Vorbereitung für Lehrerinnen und Lehrer des Instituts für Berufliche Bildung. Die ausländischen Lehrkräfte haben das Anerkennungsverfahren bereits durchlaufen, ihnen fehlt aber noch das C1 Sprachniveau. Die Teilnehmenden werden im Kurs auf die speziellen Kommunikationssituationen des beruflichen Schulalltags vorbereitet. Nach den zwei Präsenztagen in Hannover wird der Kurs im Live-Online-Unterricht weitergeführt. 

Ein weiteres Qualifizierungsangebot unseres Teilprojektes Mariaspring - Ländliche Heimvolkshochschule startet am 9. Oktober in Bovenden. Das fünftägige Seminar richtet sich an Akademikerinnen und Akademiker mit ausländischen Hochschulabschlüssen, die ihre beruflichen Perspektiven in Deutschland verbessern wollen. Inhalt des Seminars sind die Themen Gesellschaft, Geschichte und Politik sowie die Förderung interkultureller Kompetenzen. Auch das deutsche Bildungs- und Hochschulsystem und die damit verbundenen rechtlichen Grundlagen sowie der deutsche Arbeitsmarkt werden thematisiert.

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5 Fragen an

"Die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen ist ein komplexes Thema und man lernt immer wieder Neues"

In der Grafschaft Bentheim ist Sabine Stockhausen erste Ansprechpartnerin für Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen. Seit fast fünf Jahren berät sie in Nordhorn rund um die Anerkennung ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse und eventuelle Qualifizierungsmöglichkeiten.

Wie bist du zum IQ Netzwerk Niedersachsen gekommen?

Ursprünglich bin ich gelernte Altenpflegerin, für ein Studium der Sozialpädagogik habe ich mich erst mit Mitte 20 entschieden. Über meine erste Stelle in der Jugendpflege bin ich im Jahre 2001 zum Landkreis Grafschaft Bentheim gekommen. Dies war ein Projekt für die Arbeitsvermittlung von Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfängern, später wurde hieraus das Grafschafter Jobcenter. Beim IQ Netzwerk arbeite ich seit 2013, nachdem in der Region eine Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle eingerichtet werden sollte. Das war für mich ein logischer Schritt, in meiner vorherigen Tätigkeit habe ich viel gelernt, was ich auch jetzt als Beraterin anwenden kann. Durch diese Arbeit bin ich in der Grafschaft sehr gut vernetzt und das war am Anfang, und ist auch jetzt noch, ein großer Vorteil. Ich profitiere sehr von meinen Kontakten und dem Wissen, dadurch kenne ich die Strukturen des Jobcenters und der Agentur für Arbeit sehr gut.  

 

Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin in Nordhorn, Sabine Stockhausen
© IQ Netzwerk Niedersachsen/RKW Nord GmbH

Was sind deine Aufgaben?

Ich arbeite in der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung und berate Menschen mit ausländischen Abschlüssen zum Anerkennungsverfahren und wenn nötig zu Qualifizierungsmöglichkeiten. Zu mir in die Beratung kann jeder kommen, der einen Berufsabschluss im Ausland gemacht hat und in Niedersachsen arbeiten möchte. Die Beratung ist freiwillig. Das Anerkennungsverfahren ermöglicht es, ausländische Berufe in Deutschland anerkennen zu lassen. Für mich ist die Welt viel größer geworden, weil ich so viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern berate. Meine ehemalige Praktikantin hat vor einem Jahr eine Auswertung gemacht und die hat ergeben, dass Menschen aus 55 verschiedenen Nationen in meiner Beratung waren. Das hat mich überrascht und war schon etwas Besonderes.

Was ist für dich wichtig bei deiner Arbeit, gibt es auch Grenzen?

Mir ist der persönliche Aspekt der Beratung sehr wichtig. Ich frage immer erst nach der Lebenssituation, um zu schauen, wo man ansetzen kann. Wo sind noch Ressourcen und was ist möglich? Manchmal erzählen mir Menschen, dass sie sich isoliert fühlen, weil sie so lange nicht in ihrem erlernten Beruf gearbeitet haben. Ich probiere dann zu motivieren und auch unsicheren Menschen Mut zu machen. Dieser persönliche Ansatz in meiner Arbeit ist mir sehr wichtig, denn ich möchte nachhaltig beraten. Natürlich hat die Beratung auch Grenzen und vieles kann man nicht leisten. Es ist aber schön, zu sehen, wenn Menschen dauerhaft eine qualifikationsgerechte Arbeit finden. Zwei meiner jetzigen Arbeitskollegen habe ich beispielsweise beraten und ich freue mich, wenn meine Arbeit erfolgreich ist und die Menschen sich beruflich entwickeln können. 

Die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen ist an sich ein sehr komplexes Thema, der Anspruch ist hoch, man kann nicht alles wissen und lernt immer wieder etwas Neues. Das ist manchmal eine Herausforderung und da liegen auch die Grenzen. Viele Menschen und auch Unternehmen wissen wenig über das Thema und beschäftigen sich zum Teil erst gar nicht damit, weil es zu kompliziert ist. Viele wissen überhaupt nicht, was für ein positives Potential unsere Arbeit eigentlich hat.

Was gefällt dir an deiner Arbeit am besten?

Am besten gefällt mir die Möglichkeit, innovativ und kreativ zu arbeiten und gleichzeitig den Menschen auch konkret Dinge an die Hand geben zu können. Es ist ein gutes Gefühl den Menschen wieder Ziele zu geben. Viele Ratsuchende fragen sich seit Jahren: Was bin ich eigentlich von Beruf? Ich kann sie im Anerkennungsverfahren begleiten und ihnen eine Antwort geben. Auch wenn jemand keine Gleichwertigkeit bekommt, bekommt er oder sie doch eine Antwort und kann mit der Frage abschließen. Man hat immer ein Ergebnis. Beruf heißt für viele Menschen Berufung. Für viele Menschen ist es wichtig, das was sie im Heimatland gelernt haben, auch hier in Deutschland umsetzen zu können. Und es bringt neue Fachkräfte.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass es das IQ Netzwerk noch lange gibt. Für mich ist unsere Arbeit sehr wichtig und mein größter Wunsch wäre es, dass diese von der Gesellschaft noch mehr akzeptiert wird. Dass bei einem ausländischen Abschluss nicht gleich der Gedanke aufkommt, er sei in Deutschland nichts wert. Da wünsche ich mir, dass sich die Unternehmen mehr öffnen und auch die Ratsuchenden selbstbewusster werden. Zudem geht es in den Jobcentern oft darum, Menschen möglichst schnell in Arbeit zu vermitteln. Ich würde mir wünschen, wenn jemand im Leistungsbezug ist, dass Qualifizierungsmöglichkeiten genutzt werden, damit Menschen langfristig qualifikationsgerechte Arbeit finden. Zum Teil werden so die Potentiale der Menschen übersehen. Ich wünsche mir von politischer Seite, dass hier die Ziele in Zukunft anders gesetzt werden.

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Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).  

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Das Landesnetzwerk Niedersachsen wird koordiniert durch:

www.rkw-niedersachsen.de

Sitz der Gesellschaft: Hannover
Eingetragen beim Amtsgericht Hannover
Handelsregister-Nr. HRB 211607
Geschäftsführer: Harm Wurthmann, Monika Opitz

 

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Stefanie Müller, Susanne Strothmann-Breiwe  
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Tel.: 0541/ 60 08 15 - 20  

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