Sondernewsletter Pressefahrt 2017

Liebe Leserinnen und Leser!

seit Inkrafttreten der Anerkennungsgesetze des Bundes und des Landes Niedersachsen im Jahr 2012 hat das IQ Netzwerk Niedersachsen mehr als 13.500 Menschen aus über 150 Ländern in Fragen der beruflichen Anerkennung begleitet. Im Rahmen einer Pressefahrt entlang des Anerkennungsverfahrens haben wir Einblicke in unsere Arbeit gewährt, nah am Menschen und nah am Geschehen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr IQ Team!

 


© IQ Netzwerk Niedersachsen, RKW Nord GmbH

15.05.2017

Einsteigen. Mitfahren. Ankommen ... in Niedersachsen

"Berufliche Integration erleben und verstehen" Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des „Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“ versammelte das IQ Netzwerk Niedersachsen Projektpartner, Fachleute, betroffene Fachkräfte und Medien in Hannover, um über die Auswirkungen des neuen Gesetzes zu diskutieren. Rund ein Dutzend Journalistinnen und Journalisten folgten der Einladung, um das Anerkennungsverfahren in der Praxis zu erleben und zu verstehen. Gemeinsam ging es auf eine Pressefahrt nah am Menschen und nah am Geschehen. Höhepunkt der Tour: der Austausch mit der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Cornelia Rundtmehr

"Anerkennung in Niedersachsen" An der Pressefahrt nahmen auch Fachkräfte aus verschiedenen Herkunftsländern, Branchen und Berufsfeldern teil. Sie standen persönlich Rede und Antwort und gaben Einblicke in ihre beruflichen Anerkennungswege in Niedersachsen und in ihre persönlichen Ziele und Träume. Kurzportraits

"Es war interessant. Gerne mehr davon." Die starken Bündnisse und Kooperationen des IQ Netzwerkes Niedersachsen bewährten sich auch bei der Pressefahrt. So wurde die Medienaktion vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Niedersachsen ebenso unterstützt wie von regionalen Projektpartnern in Hannover. Die ILFA Feinstleiter GmbH, ein Hightech-Unternehmen mit Sitz in Hannover bot als Kooperationspartner des IQ Projektes "Qualifizierung für ausländische MINT-Akademiker" zudem Einblicke in die betriebliche Integration ausländischer Fachkräfte. Mitwirkende wie Medien waren sehr zufrieden. Feedback und Statements

"Film ab!" Bilder sagen mehr als tausend geschriebene Worte. Deshalb haben wir die Gelegenheit genutzt und während der Pressefahrt besondere Momente und interessante Meinungen mit der Kamera eingefangen. Entstanden ist ein informativer Kurzfilm mit wertvollen Impulsen und Orientierungshilfen für Anerkennungssuchende, Multiplikatoren und alle, die am Thema Anerkennung und Integration interessiert sind. mehr

Einsteigen. Mitfahren. Ankommen ... in Niedersachsen

"Berufliche Integration erleben und verstehen" Hilfskräfte mit Diplom, approbierte Ärzte, die Taxi fahren, Ingenieurinnen und Ingenieure, die als Aushilfen in der Gastronomie arbeiten. Zugewanderte hatten es in der Vergangenheit in Deutschland schwer, in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten. Oft wurden die im Ausland erworbenen Abschlüsse nicht anerkannt. Die Jobaussichten der Betroffenen glichen denen der Bewerberinnen und Bewerber ohne Berufsabschluss. Damit sollte Schluss sein, als im April 2012 das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“ des Bundes in Kraft trat. Das neue Anerkennungsgesetz sollte wesentliche Vereinfachungen bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse bringen.

Was hat das neue Gesetz gebracht? Wie funktioniert ein Anerkennungsverfahren? Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des sogenannten Anerkennungsgesetzes versammelte das IQ Netzwerk Niedersachsen Projektpartner, Fachleute, betroffene Fachkräfte und Medien in Hannover, um über diese Fragen zu diskutieren. Rund ein Dutzend Journalistinnen und Journalisten folgten der Einladung, um das Anerkennungsverfahren in der Praxis zu erleben und zu verstehen. Gemeinsam ging es auf eine Pressefahrt nah am Menschen und nah am Geschehen. Höhepunkt der Tour: der Austausch mit der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Cornelia Rundt.

 
© IQ Netzwerk Niedersachsen / RKW Nord GmbH  

"Einsteigen. Mitfahren. Ankommen." So lautete das Motto der rund 6-stündigen Pressetour. Das Motto war zugleich Programm, denn die Fahrt führte thematisch gegliedert entlang der Stationen im Anerkennungsprozess - von der Erstberatung bis hin zur erfolgreichen betrieblichen Integration. „Gut informierte Medien sind als unabhängige Partner wichtig im Dialog mit der Öffentlichkeit. Mit unserer Pressefahrt wollen wir dazu unseren Beitrag leisten," so Harm Wurthmann, Geschäftsführer der RKW Nord GmbH und Verantwortlicher des IQ Netzwerkes Niedersachsen. Hörfunk, Fernsehen und Tagespresse nutzten das Angebot. Sie erlebten das Anerkennungsverfahren aus nächster Nähe, das "so individuell wie die Menschen selbst ist, die es durchlaufen", erklärte Harm Wurthmann zu Beginn der Tour mit dem Zusatz: "Nationalität und Aufenthaltsstatus spielen im Anerkennungsverfahren keine Rolle. Es zählen allein die Qualifikationen und Abschlüsse." Wurthmann, der die Pressefahrt moderierte, erläuterte weiter: "Die Hürden sind nach wie vor hoch. Die Anerkennungsverfahren haben leider noch keine einheitlichen Standards. Ohne fachlichen Beistand sind sie für die meisten selbständig nicht zu bewältigen. Die bürokratischen Hürden und auch die Kosten der Verfahren schrecken Ratsuchende zudem oft ab, ein Anerkennungsverfahren zu starten. Das IQ Netzwerk Niedersachsen konnte mit seinen mehr als 20 Projektpartnern gerade hierbei vielen Menschen helfen. Seit 2011 wurden über 13.500 Fachkräfte aus mehr als 150 Ländern im Anerkennungsverfahren begleitet und auf qualifikationsgerechte Jobs vorbereitet", so Wurthmann. Wie das Anerkennungsverfahren funktioniert und wer davon profitiert, erfuhren die teilnehmenden Journalistinnen und Journalisten im weiteren Verlauf der rund 6-stündigen Tour.

Ziel der Tour: Live erleben, was berufliche Anerkennung und Integration für ausländische Fachkräfte bedeutet. Die Pressefahrt konzentrierte sich beispielhaft auf die Region Hannover.

Die Pressefahrt endete in der ILFA Feinstleiter GmbH in Hannover mit einem Austausch mit Ministerin Cornelia Rundt (Mitte). Sie betonte, Arbeit sei Teilhabe. Die wünsche sie sich auch und mehr für zugewanderte Frauen. © IQ Netzwerk Niedersachsen / RKW Nord GmbH

Höhepunkt der Tour: Treffen und Austausch mit der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Cornelia Rundt, die postiv bilanzierte: "Das Anerkennungsgesetz ist bedarfsgerecht. Aber das Problem der Kosten der Anerkennung bleibt. Sie sind zwar gedeckelt, aber letztlich für die Antragstellenden eine große Hürde. Dort, wo nachgeschult werden muss, muss auch Lebensunterhalt sichergestellt werden. Hier sehe ich eindeutig den Bund mit im Boot. Nicht nur Einzelfallentscheidungen über die Agentur für Arbeit, sondern eine wirkliche Regelförderung bis hin zur Frage eines Stipendienprogrammes mit dem Bund. Daran müssen wir noch arbeiten."

nach oben

Beeindruckende Anerkennungswege

 

"Anerkennung in Niedersachsen" An der Pressefahrt nahmen auch Fachkräfte aus verschiedenen Herkunftsländern, Branchen und Berufsfeldern teil. Sie standen persönlich Rede und Antwort und gaben Einblicke in ihre beruflichen Anerkennungswege in Niedersachsen und in ihre persönlichen Ziele und Träume.

"Deutschland ist das Zielland Nr. 1 für Ingenieure weltweit" - Athanasios Kallinis, Ingenieur aus Griechenland

 
© IQ Netzwerk Niedersachsen / RKW Nord GmbH  

Weil Deutschland in der technischen Welt als Zielland Nr. 1 gilt, gab es für Athanasios Kallinis nur eins: in Deutschland Arbeit finden. 2014 kam der Maschinenbauingenieur mit seiner Frau, einer Psychologin, aus Griechenland nach Hannover, ohne Deutschkenntnisse. Er jobbte u.a. in der Gastronomie und durchlief parallel das Anerkennungsverfahren mit Unterstützung der IQ Beratungsstelle in der IHK Hannover. Als das Jobcenter ihm kurzfristig keine Deutschkurse anbieten konnte, recherchierte und finanzierte er diese kurzerhand selbst. Nach erfolgreicher beruflicher Anerkennung vermittelte die Anerkennungsberatung des IQ Netzwerkes den 31-Jährigen in einen "Qualifizierungskurs für ausländische MINT-Akademikerinnen und Akademiker". Dort erhielt er neben einer berufsbezogenen Sprachförderung, einem Bewerbungstraining und individuellen Coachings auch die Chance, ein dreimonatiges betriebliches Praktikum in einem Hightech-Unternehmen in Hannover zu absolvieren, bei der ILFA Feinstleiter GmbH. Das bedeutete: tagsüber hospitieren und nachts jobben für den Lebensunterhalt. Zwei Monate nach Beginn des Praktikums erhielt der Nachwuchsingenieur vom Betrieb das Jobangebot als Ingenieur. Erfolge wie diese sind das Ziel der "MINT"-Kurse, die in Trägerschaft des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft und mit Mitteln des IQ Netzwerkes momentan in verschiedenen Regionen Niedersachsens angeboten und erprobt werden.

Die ILFA öffnete für die Pressefahrt ihre Türen. Sie gewährte Einblicke in ihre High-Tech-Bereiche und in die technischen Aufgabenbereiche von Athanasios Kallinis. Seine feste Überzeugung: "Integration ist ein lebenslanger Lernprozess. Sprache ist eine wichtige Voraussetzung, aber nicht die wichtigste. Ingenieure sprechen sowieso eine gemeinsame Sprache. Wir sprechen alle 'Technik'. Die gesellschaftliche Integration ist ebenso wichtig. Davon profitieren beide Seiten, dann gewinnen wir alle."

„In Deutschland gibt es so viele Unterstützungsangebote“ - Libov Shvets, Ingenieurin aus der Ukraine

 
© Verena Schulz / BNW  

Libov Shvets kam mit ihrem Mann, ebenfalls Ingenieur, und ihren beiden Töchtern vor knapp zwei Jahren aus der Ukraine nach Deutschland. Sie brachte neben ihrem Studium in der Automatisierungstechnik gut zehn Jahre Berufserfahrung als Design-Ingenieurin mit. Von der Willkommenskultur in Deutschland war sie beeindruckt: „In Deutschland gibt es so viele Unterstützungsangebote für Zuwanderer“, findet die 36-Jährige. Erste Station nach ihrer Ankunft: Die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle des IQ Netzwerks bei der IHK Hannover. Sie besuchte einen Integrationskurs und übte intensiv Deutsch. So wie Athanasios Kallinis erfuhr auch sie über die Anerkennungsberatung des IQ Netzwerkes von den "MINT"-Kursen des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft. Diesen belegten sowohl ihr Mann (2016) als auch sie selbst (Anfang 2017): „Ich lerne schnell, besser Deutsch zu sprechen und habe schon viel über Bewerbungen in Deutschland erfahren.“ Neu für sie war, dass in Deutschland auch kreative Bewerbungen erwünscht sind. „In der Ukraine ist die Bewerbung standardisiert. Hier kann ich auch mit Farben arbeiten und meine Bewerbung anders gestalten“, so Shvets: „Außerdem interessiert sich in der Ukraine niemand für meine Hobbies. In Deutschland aber gehören sie mit in die Bewerbung."

„Hier lerne ich mehr als im Sprachkurs“ - Esam Teletee, Ingenieur aus Syrien

 
© Verena Schulz / BNW  

Eine Stelle als Ingenieur am Flughafen Hannover-Langenhagen oder als Maschinenbau-Ingenieur. Das würde Esam Teletee gefallen. Der studierte Flugzeugingenieur kam 2015 aus dem Iran nach Deutschland, lebt seit Anfang 2016 in Hannover und die typischen Stationen eines Zuwanderers in Deutschland hinter sich: Integrationskurs, Jobcenter, Anerkennungsberatung. Teletee: „Damals konnte ich noch nicht gut Deutsch. Deshalb habe ich extra eine längere Wartezeit in Kauf genommen, damit ich die Beratung auf Arabisch in Anspruch nehmen kann.“ Das IQ Team unterstützte ihn im gesamten Anerkennungsverfahren und vermittelte auch ihn Anfang 2017 in den "MINT"-Kurs des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft in Hannover mit begleitetem Praktikum in einem Betrieb. „Hier lerne ich mehr als im Sprachkurs: Wie sieht ein Lebenslauf aus, wie schreibe ich eine Bewerbung, wie nehme ich Kontakt per Telefon auf – alles das üben wir im Kurs“. Bis September stehen für den 27-Jährigen noch weitere Übungen auf dem Unterrichtsplan. Dann geht es ins betriebliche Praktikum. „Ich habe noch keine Berufserfahrung. Daher ist das eine tolle Chance für mich, einen Job als Ingenieur zu finden“, sagt Esam Teletee. „Eine Stelle am Flughafen wäre mein Traum. Aber auch die Arbeit mit Autos oder Maschinen würde mir gefallen.“ Auch wenn er sich in Hannover wohlfühlt: Für seine Stelle würde er auch in einer anderen Stadt nochmal neu anfangen.

"Wenn ich mit dem Anerkennungsverfahren fertig bin, bin ich Mitte 50 und kann nur noch ca. 10 Jahre als Lehrerin arbeiten. Das ist so schade um die vielen verschenkten Jahre"  -  Nahid Rashedy, Lehrerin aus dem Iran

Vor knapp 20 Jahren kam die studierte Biologie-Lehrerin Nahid Rashedy, die in ihrem Heimatland Iran bereits acht Jahre an einem Gymnasium unterrichtet hatte, nach Deutschland. Damals gab es weder kostenlose Deutschkurse, noch ein Anerkennungsgesetz, geschweige denn entsprechende Förderprogramme, die ihr eine Tätigkeit in ihrem Beruf in Deutschland ermöglicht hätten. Daher war es für die Mutter von zwei kleinen Kindern anfangs nicht leicht, die deutsche Sprache zu erlernen und sich beruflich zu integrieren.

© Nahid Rashedy

Im September 2009 wurde sie in eine Umschulung zur Bürokauffrau vermittelt. Nahid Rashedy: "Das entsprach gar nicht meinen persönlichen Stärken und beruflichen Wünschen. Aber trotzdem habe ich die Umschulung motiviert mitgemacht und sehr erfolgreich abgeschlossen." Leider liefen trotz Umschulung viele Bewerbungen ins Leere. Untätig wollte sie nicht bleiben, jobbte während der Hochsaison als Verkäuferin in Bekleidungsgeschäften und engagierte sich als Betreuerin unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Diese Jobs brachten ihr weder Geld noch Sicherheit, denn als "unqualifizierte Mitarbeiterin" war sie bei Kündigungen immer eine der Ersten. 2016 erfuhr sie vom Anerkennungsgesetz. Sie schickte ihre Unterlagen an das Kultusministerium und bekam einen Platz in einem Online-Sprachkurs des Institutes für Berufliche Bildung (IBB), ein Angebot realisiert mit Fördermitteln des IQ Netzwerkes Niedersachsen. Hier perfektioniert sie über die Virtuelle Online Akademie VIONA® ihr Deutsch mit lehrerspezifischen und interkulturellen Schwerpunkten. Der Weg der Anerkennung in einem reglementierten Beruf ist lang und schwierig. Wer wie Nahid Rashedy nur ein Fach studiert hat, muss an der Universität ein zweites Fach nachstudieren. Teilanerkennungen sind im Lehrerberuf nicht vorgesehen. Sie könnte sich gut vorstellen, in Teilzeit Biologie zu unterrichten. "Wenn ich mit dem Anerkennungsverfahren fertig bin, bin ich Mitte 50 und kann nur noch ca. 10 Jahre als Lehrerin arbeiten. Das ist so schade um die vielen verschenkten Jahre", so Rashedy.

"Ein Mensch ohne Ziel ist wie ein Himmel ohne Sterne" - Elham Saghatchi, Buchhalterin aus dem Iran.

 
 

© IQ Netzwerk Niedersachsen,
RKW Nord GmbH

Stolz zeigte Elham Saghatchi ihren Anerkennungsbescheid in die Kameras. Die Anerkennende Stelle der IHK Hannover, eine der Stationen der Pressefahrt, hatte die Überreichung des Bescheides als Überraschung für die Buchhalterin aus dem Iran vorbereitet. Sie kam vor fünf Jahren nach Niedersachsen, um hier eine neue berufliche Zukunft aufzubauen. Zuvor hatte die gebürtige Teheranerin in Karatchi gelebt und gearbeitet.

Die 37-Jährige liebt ihren Beruf, vor allem das Arbeiten mit Zahlen. 2013 startete die Mutter einer Tochter ihr Anerkennungsverfahren im Referenzberuf "Kauffrau für Büromanagement" mit Unterstützung des Teams der IQ Beratungsstelle in der IHK Hannover.

"Ein iranisches Sprichwort sagt: Ein Mensch ohne Ziel ist wie ein Himmel ohne Sterne", so Saghatchi. Noch ist die erfahrene Kauffrau arbeitssuchend, aber sie hofft, bald eine qualifizierte Stelle zu finden. Ihr Ziel ist es, in Hamburg zu arbeiten: der Liebe wegen.

Mit ihrem Anerkennungsbescheid sollte ihr dieses Ziel jetzt schnell gelingen. Zumindest ihre Sterne stehen dafür günstig, denn sie feiert - wie auch das Anerkennungsgesetz - am 1. April Geburtstag.

 

nach oben

_________________________

"Es war interessant. Gerne mehr davon." Die starken Bündnisse des IQ Netzwerkes Niedersachsen bewährten sich auch bei der Pressefahrt. So wurde die Medienaktion vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Niedersachsen ebenso unterstützt wie von den Projektpartnern in Hannover: Partner der Pressetour waren das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, die IHK Hannover, das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft, das Institut für Berufliche Bildung. Die ILFA Feinstleiter GmbH, ein Hightech-Unternehmen mit Sitz in Hannover bot als Kooperationspartner des IQ Projektes "Qualifizierung für ausländische MINT-Akademikerinnen und -akademiker" ("MINT"-Kurse) zudem Einblicke in die betriebliche Integration ausländischer Fachkräfte. Mitwirkende wie Medien waren sehr zufrieden. 

© Martin Bargiel/BNW

Die Akteure der Pressefahrt des IQ Netzwerkes Niedersachsen - v.l.: Tobias Lohmann (Sprecher der Geschäftsleitung des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft), Harm Wurthmann (Geschäftsführer der RKW Nord GmbH und Verantwortlicher des IQ Netzwerkes Niedersachsen), Georg Christian Behrendt (Geschäftsführender Gesellschafter der ILFA Feinstleiter GmbH), Cornelia Rundt (Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Niedersachsen), Athanasios Kallinis (Ingenieur, ILFA Feinstleiter GmbH)

"Es war sehr interessant", "gerne mehr davon" und "bitte wiederholen." So positiv fassten die Teilnehmenden ihre Eindrücke nach der Pressefahrt zusammen. Nachfolgend außerdem einige inspirierende Statements und Appelle:

[Cornelia Rundt, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Niedersachsen]

"Das Anerkennungsgesetz ist bedarfsgerecht. Bis 2015 wurden mehr als 2.600 Anträge auf berufliche Anerkennung gestellt. Über 60 Prozent der Anträge konnten sofort bewilligt werden, nur etwa 10 bis 15 Prozent mussten abgelehnt werden. Der Rest kann über Fortbildungen nachgesteuert werden."

"Integration geht nicht nur über Sprache, sondern größtenteils über Arbeit. Und genau dafür ist das IQ Netzwerk da, weshalb wir auch die Zuwendungen gerne deutlich erhöht bzw. verdoppelt haben. Momentan interessieren mich am meisten die Teilanerkennungen. Wie arbeitsmarktgerecht sind diese? Müssen wir in diesem Bereich noch mehr tun? Wir haben in den 90er Jahren im Bereich der Integration einen riesigen Fehler gemacht, indem wir überwiegend Männer gefördert haben. Das dürfen wir nicht wiederholen. Dreiviertel der zugewanderten Frauen möchten gerne berufstätig sein. Diese Chance sollten sie auch haben. Wir wissen, dass wir bei dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel allein 25 Prozent durch die Erweiterung der Erwerbsquote der Frauen auffangen könnten. Das sollte Ansporn sein, hier mehr zu tun."

[Prof. Dr. Günter Hirth, Leiter der Abteilung Berufsbildung der IHK Hannover]

"Wir haben sehr viele Anerkennungssuchende in den gewerblich technischen Berufen. Es ist eine Verschwendung, wenn jemand als Produktionshelfer arbeitet, obwohl er als Fachkraft eingesetzt werden könnte."

[Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsleitung des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft, BNW]

"Wir sind nie fertig mit Integration. Das ist ein ständiger Prozess, so wie das Leben und das Lernen. Von daher ist das Anerkennungsgesetz ein wichtiger Etappenschritt. Wir brauchen aber noch stärker berufsbiografiebezogene Weiterentwicklungen. Ich fand das sehr beeindruckend hier in der ILFA zu sehen, wieviel Praxiswissen es braucht, um Hightech zu machen. Und es ist schön zu sehen, wie Integration in Hightech gelingen kann. Wir brauchen eine Wirtschaft, die die Migrationsgesellschaft auch leben kann. Wir brauchen politische Strukturen, die dort anpacken, wo es nötig ist. Wir haben noch zu viele Menschen, die sich das Anerkennungverfahren nicht leisten können. Das muss sich ändern. Das können wir uns volkswirtschaftlich nicht leisten. Es muss das gemeinsame Ziel sein, Integration so gut wie möglich hinzubekommen. Wir brauchen mutige Unternehmen und Belegschaften, die das akzeptieren. Letzlich muss man Integration immer von den Landeplätzen her denken. Und bereits im Herkunftsland bedarf es der ersten Orientierung."

[Georg Christian Behrendt, Geschäftsführender Gesellschafter der ILFA Feinstleiter GmbH, Hannover]

"Integration heißt, Menschen an einen Arbeitsplatz zu bringen. Das bedeutet: ich muss mich darum kümmern, ich muss das organisieren. Das IQ Netzwerk schafft dies offensichtlich sehr gut. Jedenfalls haben wir schon davon profitiert. Das IQ Netzwerk ist ein toller Ansatz. Ich glaube, dass wir damit eine große Chance haben, tolle Kollegen zu gewinnen. Leider haben wir das Programm erst über Umwege kennengelernt."

[Athanasios Kallinis, Ingenieur ILFA Feinstleiter GmbH, Hannover]

"Nehmt die mittelständischen Unternehmen in den Blick. Die brauchen Fachkräfte, da sind auch ausländische Mitarbeiter willkommen."

nach oben

_________________________

"Film ab!" Bilder sagen mehr als tausend geschriebene Worte. Deshalb haben wir die Gelegenheit genutzt und während der Pressefahrt besondere Momente und interessante Meinungen mit der Kamera eingefangen. Entstanden ist ein informativer Kurzfilm mit wertvollen Impulsen und Orientierungshilfen für Anerkennungssuchende, Multiplikatoren, Unternehmen und alle, die am Thema Anerkennung und Integration interessiert sind. Film ab!

nach oben

_______________________

 

Studieren, arbeiten, leben in Niedersachsen?!

Alle Infos auf einen Klick:
www.migrationsportal.de

Folgen Sie uns auch bei Facebook!

Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert sowie durch das Land Niedersachsen kofinanziert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

__________________

Das Landesnetzwerk Niedersachsen wird koordiniert durch:

www.rkw-niedersachsen.de

Sitz der Gesellschaft: Hannover
Eingetragen beim Amtsgericht Hannover
Handelsregister-Nr. HRB 211607
Geschäftsführer: Harm Wurthmann, Monika Opitz

 

Kontakt Abonnement
IQ Netzwerk Niedersachsen/ RKW Nord GmbH bearbeiten | anmelden | abmelden
Stefanie Müller, Susanne Strothmann-Breiwe  
iqnetzwerk[at]rkw-nord.de  
Tel.: 0541/ 60 08 15 - 20  

nach oben

__________________