Interkulturelle Vielfalt in Unternehmen

Die Praxis zeigt, dass es Länder gibt, deren wirtschaftlicher Wohlstand maßgeblich von der guten Integration verschiedener Zuwanderergruppen und Kulturen abhängt. Ein gutes Beispiel ist der Flächenstaat Kanada. So lautet das Motto der größten Stadt Toronto „Diversity our Strength!“, was übersetzt bedeutet: „Vielfalt ist unsere Stärke“. Eine solche Philosophie kann Ihr Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels nachhaltig stärken.

Vorteil Vielfalt - Diversity Management

Diversity Management ist die gezielte Gestaltung gesellschaftlicher und personeller Vielfalt. Der Begriff „Vielfalt“ umschließt dabei sowohl kulturelle und religiöse Merkmale als auch Dimensionen wie Geschlecht, Alter, sexuelle Identität oder Beeinträchtigung. Der Grundgedanke ist, Gemeinsamkeiten und Unterschieden anzuerkennen und sie als Chance für das Unternehmen zu sehen und umzusetzen.

Personelle Vielfalt bewusst anzuerkennen und zu fördern kann Ihrem Unternehmen viele Vorteile bringen. Hierzu zählen beispielsweise höhere Zufriedenheit und Motivation unter Mitarbeitenden. Denn wer sich akzeptiert und wertgeschätzt fühlt, ist leistungsfähiger und engagierter. Möglicherweise entdecken Sie bei Ihren Mitarbeitenden auch Kompetenzen, welche dem Unternehmen von Nutzen sein können; z.B. Fremdsprachenkenntnisse, soziale Kompetenzen, spezifisches Wissen über die Bedürfnisse besonderer Kundenkreise oder über die Gewinnung neuer Mitarbeitenden und Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner.

Wie lässt sich Diversity in einem Betrieb oder Unternehmen managen? Wichtig ist, einen diskriminierungsfreien Raum zu schaffen, der eine offene und ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema zulässt. Bei der gezielten Anwerbung von Personal mit Zuwanderungsgeschichte kommt es bereits im Recruiting- bzw. Einstellungsverfahren darauf an, als vielfaltsorientierter Arbeitgeber aufzutreten.

Konkrete Tipps, Anregungen und Diversity Trainings gibt das IQ Projekt Diversity Management.

Deutsch lernen - Der Betrieb als Lernort

Leichte Sprache und Sprachmentoren

Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund, die noch über geringe Deutschkenntnisse verfügen, können Sie und Ihre Stammbelegschaft den Einstieg erleichtern, indem Sie ihnen mit einer leicht verständlichen Sprache im Unternehmen begegnen. Gelingt es, den Betrieb zum Lernort für Deutsch zu machen, haben Sie eine der wichtigsten Integrationsetappen gemeistert. Hilfreich kann hier eine Art Sprachmentor sein, eine feste Person, an die sich Migrantinnen und Migranten mit Fragen zur Fach- oder Umgangssprache im Unternehmensalltag wenden können. Denkbar ist auch, dass diese Person regelmäßig den korrekten Gebrauch von Wendungen und Umgangsformen mit den neuen Mitarbeitern wiederholt oder gemeinsam mit ihnen E-Learning-Angebote nutzt.

Berufsbezogene Deutschkurse koordiniert über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Ihre Mitarbeiter benötigen nicht nur allgemeine, sondern auch berufsbezogene Deutschkenntnisse. Lehrkräfte, Räumlichkeiten und Lehrmaterial für ein Sprachangebot werden über das ESF-BAMF-Programm „Berufsbezogenes Deutsch“ fianziert. Sie müssen Ihre Mitarbeiter lediglich während des Unterrichts von der Arbeitszeit freistellen. Vor Beginn des Kurses wird der Sprachstand ermittelt, um einen passgenauen Kurs zu finden. Teilnahmevoraussetzung ist, dass Ihre Mitarbeiterin bzw. Ihr Mitarbeiter mindestens das Sprachniveau A1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) beherrscht, jedoch noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse besitzt, um den Arbeitsalltag zu meistern.
Seit dem 01. Juli 2016 gibt es mit der Berufsbezogenen Deutschsprachförderung ein weiteres vom Bund finanziertes Förderinstrument. Erfahren Sie hier, wie Ihr Unternehmen davon profitieren kann.

>> weiter zur Rubrik "Deutsch lernen"
>> Flyer "Berufsbezogene Deutschförderung" (in 12 Sprachen)

Weitere Informationen sowie Beratung für Arbeitgeber/-innen zum Thema "Betrieb als Sprachlernort" bietet das IQ Projekt Berufsbezogenes Deutsch.

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie in der   .