Berufsbezogene Deutschsprachförderung

Die Sprachförderung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurde mit der Einführung der Berufsbezogenen Deutschkurse (gem. § 45a AufenthG) als neues Regelinstrument der Sprachförderung zum 01.07.2016 ausgeweitet. Diese vom Bund finanzierten Berufsbezogenen Deutschkurse bauen auf den Integrationskursen auf und sollen zu Ende 2017 das ESF-BAMF-Programm ablösen.

Inhalt und Ablauf

Die Berufsbezogenen Deutschsprachkurse haben das Ziel den Teilnehmenden den Arbeitsmarktzugang zu erleichtern, indem sie berufsbezogene Sprache auf dem Sprachniveau A2 bis C2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) vermitteln.
Im Rahmen der Berufsbezogenen Deutschsprachkurse gibt es so genannte Basismodule sowie Spezialmodule.

Basismodule
Die Basismodule beinhalten berufsbezogenen Deutschunterricht ohne eine berufsfachliche Ausrichtung. Es wird zwischen drei Modulen unterschieden: sie führen vom Sprachniveau B1 zu B2, von B2 zu C1 bzw. von C1 zu C2. Jedes Modul umfasst 300 Unterrichtseinheiten und die Kurse schließen mit einer Prüfung ab.

Spezialmodule
Die Spezialmodule beinhalten fachspezifische Sprachlerninhalte und haben verschiedene Schwerpunkte:
(1) Ein Schwerpunkt der Spezialmodule ist die berufsbezogene Deutschsprachförderung für Personen, die sich im Anerkennungsverfahren befinden.
(2) Weitere Spezialmodule gibt es für bestimmte Berufsfelder, um gezielt fachspezifische Inhalte zu vermitteln.
(3) Außerdem bieten Spezialmodule die Möglichkeit, das Sprachniveau A2 und B1 zu erreichen, wenn dies im Rahmen eines Integrationskurses nicht erreicht wurde.
Die Kurse schließen mit einer Zertifikatsprüfung nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) ab.

Derzeit befinden sich die Spezialmodule im Aufbau, die Angebote sollen kontinuierlich erweitert werden. Informationen welche Module bereits angeboten werden, finden Sie hier.
Verschiedene Kursanbieter halten Online-Kurse, Kurse in Vollzeit oder Kurse in Teilzeit vor. Um zu erfahren, welche Kurse in Ihrer Region angeboten werden, wenden Sie sich an Ihre Agentur für Arbeit bzw. Ihr Jobcenter.

Teilnahmevoraussetzung und Kosten

Grundvoraussetzung für die Teilnahme an einem berufsbezogenen Deutschkurs nach § 45a Aufenthaltsgesetz ist, dass die Teilnehmenden einen Migrationshintergrund und Bedarf an sprachlicher Weiterqualifizierung haben.
Teilnehmen können sowohl Bürgerinnen und Bürger der EU, Deutsche mit Migrationshintergrund (2. und 3. Generation), als auch Geflüchtete, die sich im Anerkennungsverfahren befinden und eine gute Bleibeperspektive haben (derzeit Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia). Ausgeschlossen sind Geflüchtete aus den so genannten sicheren Herkunftsstaaten.
Teilnehmende müssen zuvor einen Integrationskurs erfolgreich absolviert haben oder durch einen anderen Sprachkurs ein Mindestsprachniveau von B1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) nachweisen.

  Zielgruppen:

  • Leistungsbezieher nach dem SGB II und III
  • Personen, die sich im Berufsanerkennungsverfahren für ihren ausländischen Abschluss befinden
  • Auszubildende sowie Ausbildungssuchende
  • Geduldete nach § 60a Absatz 2 Satz 3 des Aufenthaltsgesetzes
  • Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit einer guten Bleibeperspektive
  • Beschäftigte   

Die Kurse sind für die Teilnehmenden kostenfrei. Beschäftigte müssen allerdings einen Eigenanteil bezahlen, wenn sie keine aufstockenden Leistungen erhalten. Fahrtkosten können unter bestimmten Voraussetzungen für Leistungsempfänger nach dem SGB II, SGB III, SGB XII und nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erstattet werden. Richten Sie sich dazu an Ihren Leistungsträger. 

Antrag und Anmeldung

Das Anmeldeverfahren ist abhängig von Ihren persönlichen Voraussetzungen. Details entnehmen Sie der folgenden Übersicht:

Personenkreis Anmeldung über…
Personen, die beim Jobcenter oder der Arbeitsagentur arbeits- oder ausbildungssuchend oder arbeitslos gemeldet sind Jobcenter bzw. Arbeitsagentur stellen eine Teilnahmeberechtigung aus.
Personen, die sich in einem beruflichen Anerkennungsverfahren befinden und die nicht bei einem Jobcenter oder einer Arbeitsagentur gemeldet sind und keine Leistungen nach AsylbLG beziehen Antrag auf eine Teilnahmeberechtigung muss direkt beim BAMF gestellt werden
Beschäftigte oder Auszubildende, die nicht bei einem Jobcenter oder einer Arbeitsagentur gemeldet sind und keine Leistungen nach AsylbLG beziehen Antrag auf eine Teilnahmeberechtigung muss direkt beim BAMF gestellt werden
Geduldete nach § 60a Abs. 2 Satz 3 des Aufenthaltsgesetzes Arbeitsagenturen stellen eine Teilnahmeberechtigung aus
Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive Arbeitsagenturen stellen eine Teilnahmeberechtigung aus

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu den Berufsbezogenen Deutschkursen erhalten Sie auf den Seiten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie im Flyer, der in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung steht.