Zugangsvoraussetzungen

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Wenn Sie sich entschieden haben in Niedersachsen eine Ausbildung zu absolvieren, müssen Sie sich über die Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen informieren. Welche Regelungen auf Sie zutreffen, hängt davon ab, aus welchem Land Sie kommen.

Bürgerinnen und Bürger der EU, Liechtensteins, Islands, Norwegens oder der Schweiz

Bürgerinnen und Bürger der EU, Liechtensteins, Islands, Norwegens und der Schweiz benötigen kein Visum.

Bürgerinnen und Bürger aus Drittstaaten

Bürgerinnen und Bürger aus anderen Staaten benötigen ein Visum und eine Aufenthaltserlaubnis, um in Deutschland eine Ausbildung zu absolvieren. Das Visum dient der Einreise nach Deutschland und kann bei der zuständigen Auslandsvertretung in Ihrem Land beantragt werden. Vor Antragsstellung müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Bei einer betrieblichen Aus- und Fortbildung bzw. dualen Ausbildung:

    • Sie haben einen Ausbildungsplatz bei einem Unternehmen in Deutschland.

    • Die Bundesagentur für Arbeit hat Ihrer Ausbildung nach einer sogenannten "Vorrangprüfung" zugestimmt. Dabei wird festgestellt, ob keine deutschen oder bevorrechtigten ausländischen Bewerberinnen und Bewerber - zum Beispiel aus anderen EU-Staaten - für die Stelle zur Verfügung stehen. Ausgenommen von dieser Prüfung sind Absolventinnen und Absolventen deutscher Auslandsschulen. Außerdem gibt es einige Beschäftigungen, die zustimmungsfrei sind. Dies können Sie bei der Ausländerbehörde Ihres zukünftigen Aufenthaltsortes nachfragen.

    • Sie können nachweisen, dass Sie Ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren können. Hierfür ist relevant, dass Sie bei einer dualen Ausbildung ein Gehalt verdienen, das jedoch von Beruf zu Beruf stark variiert. Eine Übersicht über die Höhe der Ausbildungsvergütung in den verschiedenen Berufsfeldern finden Sie hier. Zusätzlich dürfen Sie eine Nebentätigkeit von maximal zehn Stunden pro Woche ausüben.

  • Bei einer schulischen Berufsausbildung:
    • Sie haben einen Ausbildungsplatz an einer Berufsschule in Deutschland.

    • Sie können nachweisen, dass Sie Ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren können. Dies ist bei einer schulischen Ausbildung besonders relevant, da Sie dort in der Regel kein Geld verdienen. Sie sind allerdings dazu berechtigt, zusätzlich zur Ausbildung eine Nebentätigkeit von maximal zehn Stunden pro Woche auszuüben.

  • Bei einem dualen (ausbildungsintegrierenden) Studium:
    • Sie haben einen Zulassungsbescheid einer deutschen Universität oder Hochschule.

    • Sie haben einen Ausbildungsvertrag bei einem deutschen Unternehmen.

    • Sie können nachweisen, dass Sie Ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren können.

Nähere Informationen dazu, welche weiteren Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Unterlagen notwendig sind, erfahren Sie bei der deutschen Botschaft in Ihrem Herkunftsland. Die Adressen der deutschen Auslandsvertretungen in Ihrem Land finden Sie hier

Anerkannte Flüchtlinge, Asylsuchende und Geduldete

Menschen mit Flüchtlingsstatus oder Asylberechtigung haben in Deutschland uneingeschränkten Zugang zu einer Berufsausbildung.

Asylsuchende können drei Monate nach ihrer Registrierung, Geduldete direkt nach der Erteilung des Duldungsstatus eine Ausbildung in Deutschland aufnehmen, sofern die Ausländerbehörde zustimmt. Diese Zustimmung ist allerdings bei einer rein schulischen Ausbildung, z.B. für Pflegeberufe, nicht erforderlich.

Mit der Aufnahme einer qualifizierten schulischen oder betrieblichen Ausbildung erhalten (noch) nicht anerkannte Geflüchtete eine Duldung über die gesamte Dauer der Ausbildung. Bei Abbruch der Ausbildung besteht einmalig Anspruch auf Erteilung einer sechsmonatigen Duldung zur Suche einer anderen Ausbildungsstelle. Werden die Auszubildenden im Anschluss vom Betrieb übernommen, verlängert sich der Aufenthaltsstatus auf weitere zwei Jahre. Schließt sich keine unmittelbare Beschäftigung an die Ausbildung an, wird der Aufenthalt für sechs Monate zur Arbeitsplatzsuche gewährt. Eine Übersicht zu Möglichkeiten der Duldung nach negativem Ausgang des Asylverfahrens finden Sie hier.

>> Übersicht der Bundesagentur für Arbeit zu Aufenthaltsstatus und Arbeits- bzw. Ausbildungszugang

>> Flyer des BMI zu Flüchtlingen in Berufsausbildung

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Schulabschluss

Welchen Schulabschluss Sie für eine Ausbildung benötigen, hängt davon ab, ob Sie eine duale Ausbildung, eine schulische Ausbildung oder ein duales Studium machen wollen. Außerdem können Unternehmen selbst vorgeben, welchen Abschluss sie von Bewerberinnen und Bewerbern erwarten. In Niedersachsen gibt es keine Regelung dazu, dass ausländische Schulabschlüsse formal anerkannt werden müssen, dies entscheidet der jeweilige Ausbildungsbetrieb oder die Bildungseinrichtung. Mehr Informationen zu den einzelnen Zugangsvoraussetzungen in der dualen Ausbildung, der schulischen Ausbildung und dem dualen, ausbildungsintegrierenden Studium erhalten Sie hier.

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Sprachkenntnisse

Deutschkenntnisse sind für eine Ausbildung sehr wichtig, da die Arbeitssprache in den Betrieben, Berufsschulen und Fachschulen Deutsch ist und die Prüfungen ebenfalls in deutscher Sprache stattfinden. Wenngleich der Nachweis von Deutschkenntnissen für eine Ausbildung in Niedersachsen gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ausbildungsbetriebe ein bestimmtes Sprachniveau von Ihnen verlangen. Wenn Sie bereits in Ihrem Heimatland Deutsch lernen möchten, erfahren Sie auf der interaktiven Weltkarte „Deutschland vor Ort“, wo dies unter anderem möglich ist. Mehr zum Thema Deutsch lernen erfahren Sie außerdem hier

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Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu dem Thema Ausbildung finden Sie in der .