Das Bewerbungsverfahren

Das Bewerbungsverfahren läuft in mehreren Schritten ab. Deshalb beginnt es teilweise schon ein Jahr oder ein halbes Jahr vor Ausbildungsbeginn. Bewerben Sie sich also frühzeitig, da sonst schon viele Ausbildungsstellen vergeben sein können.

Suche nach einem Ausbildungsplatz

Duale Ausbildung

Wenn Sie sich entschieden haben, eine duale Ausbildung zu absolvieren, müssen Sie sich zunächst einen Ausbildungsbetrieb suchen, bei dem Sie sich auf Ausbildungsstellen bewerben können. Freie Ausbildungsstellen sowie Kontaktdaten der Betriebe finden Sie in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Außerdem können Sie in regionalen oder überregionalen Tageszeitungen oder Fachzeitschriften nach Ausbildungsstellenausschreibungen suchen.
Eine weitere Möglichkeit um einen Ausbildungsbetrieb zu finden, ist die der Initiativbewerbung. Das heißt, Sie bewerben sich bei einem Unternehmen, ohne dass dieses eine Stelle ausgeschrieben hat. Der Vorteil einer Initiativbewerbung ist, dass die Konkurrenz meist deutlich kleiner ist, da es nicht so viele Bewerber/-innen gibt. Ihre Chancen steigen somit. Das Gewerbeverzeichnis Deutschland kann Ihnen helfen Firmen und Kontaktdaten zu finden.

Schulische Ausbildung

Im Kursnet der Arbeitsagentur finden Sie Informationen und Kontaktdaten von zahlreichen Berufsfachschulen, Berufskollegs und Fachakademien sowie den schulischen Ausbildungen, die angeboten werden. Das Niedersächsische Kultusministerium veröffentlicht außerdem regelmäßig eine Liste aller öffentlichen berufsbildenden Schulen sowie berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft in Niedersachsen, aufgelistet nach Fachrichtungen.

Duales (ausbildungsintegrierendes) Studium

Eine Liste mit ausbildungsintegrierenden dualen Studiengängen sowie Ausbildungsbetrieben finden Sie bei „Ausbildung Plus“. Auch auf der Seite Ausbildung.de finden Sie eine Liste von freien Ausbildungsstellen bei Unternehmen, bei denen Sie ein duales Studium absolvieren können sowie zahlreiche Informationen zum dualen Studium. Außerdem können Sie in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit nach entsprechenden Stellen und Betrieben suchen. Im Kursnet finden Sie Adressen von Berufsakademien und Beschreibungen der Studienangebote.

Bewerbung

Wenn Sie eine interessante Ausbildungsstelle gefunden haben, ist der erste Schritt Ihre Bewerbung. Neben ausgeschriebenen Stellen können Sie sich auch eigenständig mit einer sogenannten Initiativbewerbung bei einem Betrieb bewerben. Im Normalfall befolgen Sie dabei aber die gleichen Schritte, wie im Folgenden beschrieben.

Schriftliche Bewerbung

Die Bewerbung erfolgt üblicherweise schriftlich und enthält in dieser Reihenfolge folgendes:

  • Deckblatt
    Das Deckblatt ist optional, hat sich in den vergangenen Jahren jedoch sehr etabliert. Darauf gehört der Titel "Bewerbung", die angestrebte Position, Ihr Foto und Ihre Kontaktdaten.

  • Anschreiben 
    Das Anschreiben enthält Informationen darüber, warum Sie sich für diesen Ausbildungsgang und das Unternehmen entschieden haben. Beschreiben Sie, was Sie an der Ausbildung interessiert und warum Sie die richtige Person für die Ausbildungsstelle sind. 

  • Lebenslauf (mit Bewerbungsfoto) 
    Im Lebenslauf listen Sie Ihre Schulbildung, Praktika oder mögliche andere Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und andere besondere Kenntnisse, wie z.B. EDV-Kenntnisse etc. auf. Wenn Sie kein Deckblatt haben, gehört das Foto auf den Lebenslauf.

  • Zeugnisse
    Zuletzt gehören zu den Bewerbungsunterlagen auch die wichtigsten Zeugnisse, beispielsweise Ihr Abschlusszeugnis aus der Schule oder Praktikumsbescheinigungen. Während große Unternehmen Zeugnisse und Urkunden auf Englisch meist problemlos akzeptieren, sollten Sie gerade bei kleineren und mittleren Unternehmen die Unterlagen auf Deutsch übersetzen und beglaubigen lassen. Es sollten keine Originalbescheinigungen verschickt werden, sondern Kopien, da die Unterlagen häufig nicht zurückgeschickt werden.

In Stellenauschreibungen ist in der Regel angegeben, ob das Unternehmen die Bewerbung per Post oder elektronisch/per Mail wünscht. Bei Bewerbungen per Post sortieren Sie die Unterlagen in eine Bewerbungsmappe (Reihenfolge: Deckblatt, Lebenslauf, Zeugnisse). Das Anschreiben wird lose außerhalb der Bewerbungsmappe beigefügt. Alle Unterlagen schicken Sie in einem DIN A4 Umschlag an den Betrieb.

Bei einer elektronischen Bewerbung sollten Sie die Unterlagen möglichst zu einer oder zu zwei Dateien zusammenfassen und sie im pdf-Format im Anhang der E-Mail versenden. Achten Sie darauf, dass die Anhänge nicht zu groß sind, verkleinern Sie diese gegebenenfalls.

Zusätzliche detaillierte Informationen zum Schreiben einer Bewerbung erhalten Sie außerdem bei planet-beruf.de

Online-Bewerbung

Einige größere Unternehmen verfügen über ein Online-Bewerbungsverfahren, bei dem sich die Bewerber/-innen über ein online auszufüllendes Formular an den Betrieb wenden. Wird in der Stellenausschreibung auf ein solches Verfahren verwiesen, sollten Sie dieses nutzen. Bei einer Initiativbewerbung können Sie sich auf der Homepage des Betriebs oder per Telefon informieren, wie das Unternehmen die Bewerbung wünscht.

Vorstellungsgespräch / Auswahltest

Das klassische Vorstellungsgespräch

Sollten Sie den Betrieb mit Ihrer Bewerbung überzeugt haben, ist es üblich, dass Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Dabei geht es darum, dass Bewerber/-in und Betrieb sich kennenlernen. Typische Fragen, die bei einem solchen Gespräch gestellt werden, sind z.B.:

  • Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
  • Warum bewerben Sie sich gerade bei unserem Betrieb?
  • Welche Interessen und Fähigkeiten bringen Sie für Ihren Wunschberuf mit?
  • Was sind Ihre Vorstellungen an die Arbeitsstelle?

Manche Arbeitgeber/-innen wollen vielleicht auch Ihre Englisch- oder Deutschkenntnisse prüfen. Sie können sich auf das Bewerbungsgespräch gut vorbereiten, indem Sie sich über den Betrieb informieren und sich bereits Antworten auf die oben stehenden Fragen zurecht legen. Wichtig ist außerdem, pünktlich und angemessen gekleidet zum Gespräch zu erscheinen. Weiterführende Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit

Wenn Sie sich zum Zeitpunkt der Bewerbung noch im Ausland befinden, ist es häufig möglich, das Bewerbungsgespräch über Telefon oder Videokonferenz zu führen. Manchen Unternehmen ist es jedoch wichtig, ihre Bewerber/-innen persönlich kennenzulernen. Hier sollten Sie klären, ob das Unternehmen die Anreisekosten übernimmt. Kommen Sie aus einem Drittstaat, müssen Sie sich möglicherweise außerdem um ein Visum bemühen. Das Visum zur Arbeitssuche bietet Ihnen beispielsweise die Möglichkeit, für bis zu sechs Monate nach Deutschland zu kommen, um einen Job zu suchen.

Auswahltest

Statt eines klassischen Vorstellungsgesprächs ziehen manche - insbesonders größere - Unternehmen einen längeren Auswahltest vor. Hier werden verschiedene Aufgaben gestellt, die Ihr fachliches Vorwissen und Ihre persönlichen Kompetenzen prüfen sollen. Mehr Informationen und Tipps finden Sie hier.

Unterstützung

An vielen Standorten bieten Arbeitsagenturen Bewerbungstrainings an, wo Sie praktische Tipps und Informationen dazu erhalten, wie Sie mit Ihrer Bewerbung und bei Bewerbungsgesprächen einen guten Eindruck hinterlassen. Mehr Informationen hierzu finden Sie hier.

Zusage und Ausbildungsvertrag

Haben Sie die Arbeitgeber/-innen überzeugt und eine Zusage bekommen, sollten Sie sich schnell entscheiden und zu- oder absagen. Haben Sie noch andere Bewerbungen laufen, sollten Sie diese zurückziehen, sobald Sie den Ausbildungsvertrag unterschrieben haben.

Vor der Unterschrift sollten Sie den Vertrag genau durchlesen und nachfragen, wenn Ihnen etwas unklar bleibt. Der Ausbildungsvertrag sollte folgende Aspekte beinhalten:

  • Art, sachliche und zeitliche Gliederung und Ziel der Berufsausbildung sowie die Berufstätigkeit, für die ausgebildet wird
  • Beginn und Dauer der Berufsausbildung
  • Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit
  • Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte
  • Dauer der Probezeit (höchstens vier Monate)
  • Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung
  • Dauer des Urlaubs
  • Voraussetzungen für eine Kündigung des Berufsausbildungsvertrages
  • Angaben zu anzuwendenden Tarifverträgen, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen

Auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit finden Sie weitere Informationen zum Thema Ausbildungsvertrag.

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Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu dem Thema Ausbildung finden Sie in der .